Das Thyssengas-H2-Netz
Heute noch Erdgas, morgen Wasserstoff.
Unser Ziel ist es, einer der führenden Netzbetreiber für den Transport von Wasserstoff und anderen grünen Gasen zu werden. Dafür realisieren wir schrittweise ein bedarfsorientiertes und effizientes Thyssengas-H2-Netz mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Ausgangspunkt ist unser bestehendes Erdgasnetz, das wir in den kommenden Jahren gezielt für den Wasserstoff-Transport umstellen und um neue H2-Leitungen erweitern. So entsteht Schritt für Schritt die notwendige Infrastruktur für einen zentralen Energieträger der Zukunft: Wasserstoff.
Die „Wasserstoff-Autobahnen“
Herzstück der künftigen nationalen Wasserstoff-Infrastruktur ist das H2-Kernnetz. Hierbei handelt es sich um die großen Leitungsverbindungen von Nord nach Süd und West nach Ost – sozusagen die bundesweiten „Autobahnen“ für den Wasserstoff-Transport. Ziel des H2-Kernnetzes ist es, die großen Verbrauchs- und Erzeugungsregionen für Wasserstoff zu erreichen und so zentrale Standorte – wie Industriezentren, Speicher, Kraftwerke und Importkorridore – anzubinden. Gemeinsam mit den anderen Fernleitungsnetzbetreibern haben wir dieses Grundgerüst der H2-Infrastruktur modelliert und geplant. Diese Transportverbindungen schaffen die Voraussetzung für einen schnellen Wasserstoff-Markthochlauf.
9.040 km
Leitungslänge (60 % Umstellung / 40 % Neubau)
bis 2032
schrittweise Inbetriebnahme
Unser Beitrag zum H2-Kernnetz
Wir planen, im Rahmen des H2-Kernnetzes 35 Neubau- und Umstellungsprojekte mit insgesamt rund 1.100 Leitungskilometern zu realisieren. Damit wollen wir Industrie und Mittelstand in NRW und Niedersachsen anbinden und einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung energieintensiver Wirtschaftszweige leisten.
Unsere zeitkritischsten H2-Projekte sind nach der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) im Oktober 2024 direkt in die Realisierung übergegangen, das heißt in die notwendigen Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Für unsere Projekte, deren Inbetriebnahme weiter in der Zukunft liegt und deren Umsetzungspfad noch konkretisiert werden muss, sind wir weiterhin Ansprechpartner für Markt, Politik und Öffentlichkeit. Unser Ziel ist es, diese Vorhaben gemeinsam mit den potenziellen H2-Kunden marktreif zu machen und im Rahmen des Integrierten Netzentwicklungsplans (NEP) für Gas und Wasserstoff die finale Bestätigung durch die BNetzA zu erhalten.

Wir bringen den Wasserstoff in die Fläche
Das H2-Kernnetz ist jedoch nur der Anfang. Ausgehend von den Wasserstoff-Autobahnen wollen wir den Wasserstoff weiter in die Fläche bringen. Dorthin, wo die mittelständischen Unternehmen, Kraftwerke und regionalen Energieversorger sind. Unser Ziel ist es, auch diesen Unternehmen eine konkrete Wasserstoff-Perspektive zu bieten.
Parallel zum Aufbau unserer Leitungen im H2-Kernnetz entwickeln wir gemeinsam mit den lokalen Akteuren Lösungen für Anschlussleitungen und Netzerweiterungen. Dabei verstehen wir uns als Partner der Transformation: Wir sprechen mit Unternehmen, Stadtwerken, Kraftwerken, Kommunen und Regionen, erfassen Bedarfe, bündeln Nachfrage und entwickeln daraus realistische Infrastrukturpfade.
Wir haben sieben regionale Wasserstoff-Cluster als Schwerpunktregionen identifiziert. Grundlage dafür waren neben Marktabfragen zahlreiche Gespräche und regionale Workshops. Diesen Prozess setzen wir auch nach Bestätigung des H2-Kernnetzes fort. Denn wir sehen unsere Aufgabe darin, die regionalen Bedarfe mit dem technischen wie regulatorischen Prozess des Netzaufbaus zu synchronisieren. So gestalten wir die Transformation hin zu Wasserstoff und anderen grünen Gasen.
Die Thyssengas H2-Readiness.
Bevor bestehende Leitungen für Wasserstoff genutzt werden, prüfen wir sie sorgfältig. Dabei betrachten wir nicht nur die Leitung selbst, sondern auch ihren Zustand, das Material und die technischen Anforderungen für den künftigen Betrieb. Denn Rohrleitungen können durch Herstellung, Schweißnähte, Alterung oder äußere Einwirkungen einzelne Unregelmäßigkeiten aufweisen. Diese sind nicht automatisch kritisch, müssen beim H2-Transport aber besonders betrachtet werden.
Durch die Vorabprüfung erkennen wir solche Punkte frühzeitig. Anschließend bewerten wir, ob sie weiter beobachtet, instandgesetzt oder vorbeugend ausgetauscht werden müssen. So bereiten wir unsere bestehenden Leitungen gezielt und sicher auf den H2-Transport vor.