Neues Denken für eine neue Energiewelt.

Neues Denken für eine neue Energiewelt.

Die Politik hat das Ziel gesteckt: die Dekarbonisierung der Energieversorgung bis zum Jahr 2050.

Wenn Deutschland bis zu diesem Datum eine Energieversorgung auf die Beine stellen will, die ohne fossile Brennstoffe und ohne den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 auskommt, dann ist es höchste Zeit, innovative Wege zu beschreiten, die uns zu diesem Ziel führen. Dabei darf unsere Volkswirtschaft keinen Schaden erleiden. Ökologische und ökonomische Ziele müssen miteinander vereinbar werden.

Eine Jahrhundertaufgabe, bei der die Gasinfrastruktur eine wichtige Rolle spielt.

Könnte man nicht von der Mobilität bis zur Gebäudeheizung sämtliche Energieverbraucher elektrifizieren, um eine emissionsfreie Zukunft zu erreichen? Leider geht diese Rechnung aus mehreren Gründen nicht auf.

Strom ist nur emissionsfrei, wenn er regenerativ erzeugt wurde. Sonst wird der Auspuff des Autos oder der Kamin auf dem Hausdach nur durch die wesentlich größeren Schornsteine der Kraftwerke ersetzt.

Was die wenigsten wissen: Deutschland verbraucht im Jahr 600 Milliarden kWh Strom, aber 1.000 Milliarden kWh Gasenergie. Gas leistet einen erheblich größeren Anteil an unserer Energieversorgung als Strom. Die Voll-Elektrifizierung des Landes würde nach neuesten Berechnungen 3.000 kWh Strom verschlingen. Wir müssten also fünfmal soviel Strom erzeugen, wie alle Kohle-, Atom-, Wasser-, Wind- und sonstige Kraftwerke zusammen heute liefern. Sollen diese 3.000 kWh regenerativ gewonnen werden, müssten wir unsere Landschaften flächendeckend mit Windrädern und Solaranlagen belegen.


Selbst, wenn man das so wollte und durchsetzen könnte, blieben zwei Probleme ungelöst:

1. Wetterabhängige Energieerzeugung lässt sich nicht mit dem Verbrauch synchronisieren. Und: Es gibt in Deutschland besonders im Winter, wenn der Verbrauch hoch ist häufig sogenannte Dunkelflauten, wo der Wind nicht bläst, und die Sonne nicht scheint.

2. Selbst, wenn genügend regenerative Energie erzeugbar wäre: Sie ist nicht dort, wo sie gebraucht wird. Der Transport von Windenergie von den Küsten zu Industriezentren in der Mitte oder im Süden Deutschlands erfordert neue Stromtrassen. Deren Bau ist bei den Bürgern extrem umstritten und kostet schon in der aktuell geplanten Ausbaustufe mindestens 30 Milliarden Euro, die Bürger und Wirtschaft über die EEG-Umlage bezahlen müssen.

Deshalb tritt Thyssengas für eine Sektorenkopplung ein, die Gas- und Stromversorgung intelligent verknüpft.

Wir stellen unser Know-how in den Dienst einer Schlüsseltechnologie, die das leisten kann: Power-To-Gas. Damit wird Wind- und Sonnenstrom bedarfsgerecht speicherbar und sehr große Mengen Energie können ohne neue Stromtrassen im bereits existierenden Gasnetz innerhalb Deutschlands und weit darüber hinaus zu den Verbrauchern transportiert werden.

Im ersten Schritt nutzen wir mit der Power-to-Gas Technologie Überschusstrom aus Wind- und Solaranlagen. Der fällt heute zeitweise in großen Mengen an, weil Erzeugung und Verbrauch nicht synchronisiert werden können. Aktuell wird dieser wertvolle, saubere Strom verschenkt. In besonders kritischen Marktphasen muss Deutschland sogar ausländische Abnehmer dafür bezahlen, dass sie diesen Überschussstrom in ihre Netze aufnehmen. Der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm.


Power-to-Gas macht Wind- und Sonnenstrom speicherbar und steuerbar.

Power-to-Gas macht Wind- und Sonnenstrom speicherbar und steuerbar.

Flexible Netznutzung

So funktioniert’s: Mit dem überschüssigen Strom wird durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt. Durch Zugabe von Co2 aus der Atmosphäre stellen wir daraus ein klimaneutrales Synthesegas her. Das können wir in unserem existierenden Netz speichern, für alle Zwecke einsetzen, die bisher fossiles Erdgas erforderten, oder in modernen Gaskraftwerken bedarfsgerecht wieder in Strom verwandeln.

Das kann in Großkraftwerken geschehen, oder dezentral in Blockheizkraftwerken, die nur einen Betrieb oder einen Haushalt versorgen. Namhafte Hersteller bieten solche Blockheizkraftwerke seit Jahren sogar für den heimischen Keller an. Dort liefern sie ganz nach Bedarf der Bewohner Wärme oder Strom. Dezentralisierung ersetzt Stromleitungsbau.


Power-to-Gas – erneuerbares Gas für die Dekarbonisierung der Zukunft.

Erfahren Sie mehr auf unserer Microsite Power-to-Gas


Wetterabhängige Energieerzeugung lässt sich nicht mit dem Verbrauch synchronisieren.

Wasserstoff ersetzt Batterien und macht mobil.

Der mit Power-to-Gas gewonnene Wasserstoff kann in Brennstoffzellen direkt wieder in Strom verwandelt werden.

So wird das stundenlange Aufladen von Batterien in Elektroautos überflüssig. Statt Batterien fährt das Fahrzeug mit Strom aus seiner On-Board-Brennstoffzelle. Das Auto tankt an der Tankstelle Wasserstoff statt Benzin oder Diesel.

Die Reichweite ist ähnlich, wie bei herkömmlichen Benzinautos, und auch der Tankprozess unterscheidet sich nur wenig. Das Auto fährt elektrisch und insgesamt klimaneutral. Deutsche Autohersteller haben bereits vor Jahrzehnten funktionierende Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb gebaut und haben – anders als in der Batterieproduktion – einen Entwicklungsvorsprung.


Unsere Gasinfrastruktur macht auch das Transportproblem lösbar.

An norddeutschen Küsten und Off-Shore lassen sich große Mengen Windkraft erzeugen.

Die Produktion von Solarstrom ist jedoch naturgemäß in Südeuropa deutlich effizienter – genauer gesagt 30 Prozent günstiger als bei uns. Für die Verteilung der so gewonnenen regenerativen Energien kann das bereits existierende Gastransportnetz die entscheidende Rolle spielen, denn: Die aktuell vorhandene europäische Gasinfrastruktur kann zehnmal soviel Energie transportieren, wie alle vorhandenen Stromtrassen zusammen.

Der Landschafts­verbrauch und zwei- bis dreistellige Milliarden­investitionen in neue Strom­trassen können entfallen. Dazu gewinnen wir Zeit, die Planung, Genehmigung und Bau der Stromtrassen verschlingen.

Klimaneutrales Gas in einer modernen Gasinfrastruktur ist und bleibt der Schlüssel zur Dekarbonisierung der Energiewelt.